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Wuppertaler Zeitung, 18. November 2003

So schön klingt der ferne Osten

Mit einem kurzweiligen Abend begeisterte die Mandolinen-Konzertgesellschaft in der Stadthalle

Von Hartmut Sassenhausen


Seit Detlef Tewes die Stabführung bei der Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal übernommen hat, hat das traditionsreiche Zupforchester an Qualität enorm hinzugewonnen. Das demonstrierten die von Musikstudenten unterstützten Laienmusiker eindrucksvoll in der Stadthalle. „Gegenüberstellung" hieß das Programm, mit dem sie gehaltvolle alte und zeitgenössische Musik präsentierten. Im Mittelpunkt stand die "Uraufführung des Werks „A Touch of China II" für die chinesische Zither Zheng und Zupforchester des Wuppertaler Komponisten Lutz-Werner Hesse. Als Verfechter der gemäßigten Moderne gelang ihm eine eingängige, klangfarbenreiche Tonschöpfung, die alle klanglichen und technischen Möglichkeiten des fernöstlichen Instruments ausnutzt. Sehr einfühlsam vom Orchester begleitet, gestaltete Solistin Chanyuan Zhao ihren komplexen Part mit Bravour.
Unter der versierten Leitung von Tewes gab sich die Mandolinen-Konzertgesellschaft auch bei Stücken von Timo Steiner, Evaristo Felice dall' Abaco und Franz Xaver Richter bestens disponiert Ein differenzierter Orchesterklang und große Homogenität waren wesentliche Merkmale ihres engagierten Spiels.
Daneben glänzten Studenten der hiesigen Musikhochschule mit bereits beachtlicher Musikalität und technischem Vermögen: Das Duo Juliane Ebert (Barockmandoline) und Sebastian Leonhard (Theorbe) spielte eine Suite Georg Friedrich Handels - abgesehen von kleinen Unsauberkeiten - sehr differenziert. Das Duo Julia Hoppe (Mandoline) und Juliane Schmidt (Gitarre) gestaltete drei Bagatellen von Friedrich Zehm sehr klangschön. Und Gitarrist Maxim Lyssov brillierte bei der „Grand Ouvertüre" Mauro Giulianis und Tentos von Hans Werner Henze. Frenetischer Beifall war der Dank für einen besonders kurzweiligen Abend.

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