Solinger Morgenpost, 28. Januar 2002

Über die Duo Matinee Detlef Tewes (Mandoline) und Boris Björn Bagger (Gitarre)

Forum für kulturelle Zusammenarbeit Solingen-Minsk lud hervorragende Solisten ein

Virtuos und von spöttischer Heiterkeit

von HANS KARL PESCH

Zwei der weithin Besten ihres Instrumentes, Detlef Tewes mit seiner Mandoline und Boris Björn Bagger, Gitarrist und Hochschullehrer in seiner Heimatstadt Karlsruhe, stellen sich in den Dienst des „Forum für kulturelle Zusammenarbeit Solingen-Minsk" und ernteten im dicht besetzten Konzertsaal des Klingenmuseums mit ihrer Matinee stürmischen Beifall. Sie hatten sich zu der ungewöhnlichen Klangkombination von Mandoline und Gitarre zusammengetan, um einen erstaunlichen Brückenschlag zwischen Klassik und Moderne zu vollziehen, aber auch, um zwischen hoher Musik, Salon-Musik und einer blühenden Spiellust im Sinne von Pop-Musik zu vermitteln.

Dies gelang mit einer souveränen Heiterkeit, die aus blühenden Überschwang heraus das Nur-Virtuose hinter sich ließ und, so wie es der Mandoline ja zusteht, das Volkstümliche mit dem Anspruchsvollen verband. Die Mandoline läutete Italien und Spanien herbei, ließ südliche Sonne aufgehen, aber auch das schwarze Blut der Schwermut strömen und hatte zugleich hellen Spaß am Schmäh der Salonmusik.

Dieses Zusammenwirken von musikhistorischer Präsenz mit spielmännischer Laune gewann ganz eigene Größe und machte wie nebenbei mit vielerlei neuen Spieltechniken vertraut: Ob das verliebte Schnarren der Mandoline zu scharfer Präzision und eigenwilliger Größe gezwungen wurde oder ob das Feuer der Gitarre selbst weit über die eigentliche Mensur hinaus übereinstimmte.

Die Vereinbarung untereinander ist virtuos und doch zugleich wie von spöttischer Heiterkeit, so dass man Altes und Neues auf nie gehörte Weise erlebte, die Erinnerung an die Welt Shakespeare in den Klängen eines unbekannten Engländers, die Begegnung mit Niccoló Paganini, der vor seinem Weltruf als Geiger auch Mandoline und Gitarre spielte, die Entdeckung des Astor Piazolla, des Esten Lepo Sumera, die Klangentladungen von Willi Althoff, die dieser eigens dem Mann mit der Mandoline gewidmet hat, die Leidenschaftlichkeit eines Heitor Villa-Lobos oder gar die sensationelle Entdeckung eines Carlo Munier zum Schluss dieser traumhaften musikalischen Begegnung.

 

Weitere Pressestimmen zu Detlef Tewes und Boris Björn Bagger:

 

Konzert August 1998 in Tallinn / Estland
"Das Konzert mit den Virtuosen Detlef Tewes und Boris Björn Bagger war das Ereignis der Saison!"

Konzert in Schloss Aulendorf (Mai 2001)
"Phantastischer Start für die Aulendorfer Konzerte im Schloss - der Marmorsaal war ausverkauft". "Das Capriccio Spagnuolo erwies sich als weiterer unwiderstehlicher Ohrwurm, der zu Beifallsstürmen hinriss."

Die Welt
"Wer Detlef Tewes nicht gehört hat, ahnt kaum, welche virtuose Möglichkeiten in der unscheinbar aussehnenden Mandoline stecken."

FAME Melbourne
"Detlef Tewes durchstreifte lyrisch anmutig romantische Passagen bis hin zu teuflisch rasanten Skalen, ein Feuerwerk für den Mandolinisten."

Rheinpfalz
"Detlef Tewes hat; der größte lebende Mandolinist, meiserte rasante Sprünge, Arpeggien, Läufe und Akkordpassagen mit traumwandlerischer Sicherheit und musikalischem Witz."

Badische Neueste Nachrichten
" .... Boris Björn Bagger wurde seinem Ruf, einer der besten Konzertgitarristen der BRD zu sein in überzeugender Weise gerecht........"

Bemerkenswertes:


Der "Teufelsgeiger" Niccolò Paganini spielte Mandoline und Gitarre.


Den Ruhm, der ihn unsterblich machte, verdankt Vittorio Monti einem einzigen Stück, seinem "Czardas". Dass er ihn ursprünglich für Mandoline komponiert hat, weiss heute kaum noch jemand.


Das Violinkonzert von Felix Mendelssohn-Bartholdy wurde oft in Kammerkonzerten gespielt, mit dem Komponisten am Klavier und dem Mandolinisten Vimercati, der den Violinpart auf der Mandoline spielte.


Dem Duo Tewes - Bagger wurden viele Werke gewidmet, u.a. von Lepo Sumera, Dietrich Erdmann, Raimo Kangro, Urmas Sisask, Wolfgang Riehm, Erkki-Sven Tüür, Valdo Preema

 

Kontakt per e-mail

pr-tewes-bagger@edition49.de

 

Repertoire (Auswahl):


J.S. Bach (1685-1750): Sonaten, Partiten u.a.

Wolfgang A. Mozart (1756-1791): Sonate KV 331

Niccolò Paganini (1782-1840): verschiedene Sonaten

Vittorio Monti (1868-1922): Czardas

Astor Piazzolla (1921-1992): Histoire du Tango

Raffaele Calace (1863-1934): verschiedene Préludes

Enrico Marucelli (1877-1907): Capriccio Zingaresco

Carlo Munier (1859-1911): Capriccio Spagnuola

Lepo Sumera (1950-2000): Für B.B.B. und seinem Freund

Valdo Preema (*1969): Sincerely

Raimo Kangro (1949-2001): Alla sincerone

Willi Althoff (1906-1971): verschiedene Werke

Weitere Werke von

Heitor Villa-Lobos, Otto Freudenthal, Urmas Sisask, Luys Milan, Antonio Vivaldi, W.A. Mozart u.v.a.