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Konzert am Samstag 20. Mai 2006, 18:00 Uhr
Historische Stadthalle am Johannisberg, Wuppertal-Elberfeld, Mendelssohnsaal

„Clicking Symphony“
im Rahmen der 6. Bergische Biennale „Neue Musik“

Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal, Ltg.: Detlef Tewes

Solisten:
Katja Kravets, Violine
Helge Konetzka, Arne Willems, Gitarre
Arsen Chernomor , Denis Polushin, Schlagzeug

 


Raimo Kangro 
(1949 – 2001)


Clicking Symphony op. 49
für Zupforchester mit Schlagzeug
Vivo – Con moto – Sostenuto – Vivo


Timo Steiner
(*1976)


Orient-Express op 4/02
für Zupforchester


Urmas Sisask
(*1960)

„Perpetuum mobile“, op. 102
für Violine und Zupforchester

URAUFFÜHRUNG

                                
P A U S E 


Heinrich Konietzny
(1910 – 1983)

Sinfonietta
für Zupforchester

Konrad Hupfer
(*1935)

Minutenstücke
für 2 Gitarren und Zupforchester

Valdo Preema
(*1969)

Epigonics II
für Zupforchester mit Schlagzeug

Marcel Wengler
(*1946)

Konstellationen
für Zupforchester mit Schlagzeug

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Liebe Musikfreunde,

Das Repertoire der Zupforchester ist in den letzten Jahren durch einige Kompositionen aus Estland bereichert worden. Dies wurde unter anderem durch meine intensive Zusammenarbeit mit der deutsch – estischen Gesellschaft ermöglicht. Daher ist es mir eine besondere Freude ihnen heute die durch diese Verbindungen entstandenen Werke zu präsentieren.
Raimo Kangro, Timo Steiner und Urmas Sisask gehören zusammen mit weiteren estnischen Komponisten, wie Arvo Pärt, zu den Exponenten eines Stils, der mit distanziertem Blick auf die westeuropäische Moderne eigene, (post-) moderne Wege geht und durch populäre Elemente, auch dem nicht mit der modernen Musik vertrauten Hörer einen problemlosen Zugang bietet.
Raimo Kangro wurde in Deutschland bekannt durch die Aufführung seines Oratoriums beim Schleswig-Holstein Musikfestival 1992 der zahlreiche Kompositionsaufträge für namhafte Interpreten wie Sabine und Wolfgang Meyer folgten. Der Titel Symphony ist zunächst ganz wörtlich als "Klangstück" zu verstehen, clicking als die attributive Umschreibung der Klanglichkeit. Das gesamte Werk wird von Klangflächen geprägt, aus denen sich vorübergehend kurze Themen herauskristallisieren - eine Technik die an die Minimalmusic erinnert.
Für die Konzertreise nach Estland 2003 gaben wir bei Timo Steiner eine Komposition in Auftrag. Seine Klangsprache charakterisiert treffend Evi Arujärv mit den Worten: „Steiner hat gute Klangfantasien. Er findet angenehme vibrierende Zusammenklänge. Sein dramaturgisches Denken stellt des öfteren das so genannte Chaos und die Klangfarbe oder Harmonielüste direkt gegenüber. Steiners farbige Wiederholungstechnik könnte man als magischen Minimalismus kennzeichnen.“
Seit seinem Klavierzyklus Sternenhimmel (1980) gilt ein besonderes Interesse Urmas Sisaks den Beziehungen zwischen Musik und Astronomie. Sein musikalisches Portrait des Kometen Hjakutake verbindet minimalistische Kompositionstechniken mit einer aus den Proportionen des Kosmos abgeleiteten klanglichen Architektur. Bekannt wurde Sisask 1997 durch sein Weihnachtsoratorium, das weltweit sehr erfolgreich aufgeführt wurde. Das Werk war 1997 viele Wochen in den Charts. Es ist uns eine besondere Freude Ihnen heute das für uns komponierte Werk „Perpetuum Mobile“, vorzustellen.
Heinrich Konietzny wurde 1910 in Gleiwitz geboren. Kompositionsschäler von Hindemith und Distler – 1936 Berufung an den Reichssender Saarbrücken. 1947 Musikhochschule Saarbrücken Dozent der Meisterklasse für Komposition, Instrumentation und Kammermusik, erster Inhaber des Kunstpreises des Saarlandes und Träger des Rom-Preises (Villa Massimo) der Bundesregierung. 
Fünf Sinfonien und zahlreiche Fernseh- und Filmmusiken entstammenseiner Feder ebenso eine Reihe Kompositionen für Zupfinstrumente bei denen er neue Klang- und Ausdrucksmöglichkeiten entwickele
Der Wuppertaler Komponist Konrad Hupfer hat ein breitgefächertes Arbeitsfeld. Dies umfasst u. a. die Tätigkeit als: freischaffender Komponist, Theorie- und Kompositionslehrer, regelmäßige Vorträge über Jazz und Neue Musik, Zeit-Raum-Klang-Projekte zur vergangenen und gegenwärtigen Geschichte der Künste, von Bauwerken, Lebens-, Entwicklungs- und Prozessverläufen. Hupfer gründete 1992 das Forum Neue Musik Wuppertal und das Nova Ensemble Wuppertal. Die heute zu hörenden Minutenstücke wurden eigens für die Mandolinen-Konzertgesellschaft komponiert.
Valdo Preema studierte an der staatlichen Musikschule Tallinn Schlagzeug. Er spielt in den wichtigsten Jazz- und Rockbands Estlands, wie z. B. der „New Murphy Band“. Als Arrangeur und Komponist ist er in der Jazz- und Rockszene und mit Bühnenmusiken sehr erfolgreich. 1997 übernahm er das Management der edition 49 in Tallinn, Estland. Außerdem arbeitet er Notansatz für die edition 49.  Sein Werk Epigonics II ist ursprünglich für 2 Gitarren geschrieben in einer Bluesform, keiner standardisierten, aber einer klar verständlichen und zwar Thema – Entwicklungen – Thema. Das Motto dieses Werkes ist: „Be Happy“.
Marcel Wengler studierte am “Conservatoire Royal de Musique” in Brüssel und – als langjähriger Assistent von Hans Werner Henze – an der Staatlichen Hochschule für Musik in Köln. Gleichzeitig widmete er sich dem Orchesterdirigieren und gewann 1978 den ersten Preis beim internationalen Dirigentenwettbewerb in Rio de Janeiro. 1972 sind über 50 Werke seiner Feder entsprungen, darunter zwei Sinfonien, Konzerte, Bühnen–, Kammer–, und Ballettmusik. Als Gastdirigent hat er für viele Rundfunkanstalten über 100 Werke aufgenommen, von der Barockmusik bis zur heutigen Epoche, darunter viele Uraufführungen.
Als früherer Schüler von Heinrich Konietzny und als Dirigent des Saarländischen Zupforchesters (1974-1981) war Wengler motiviert neue Werke für diese Besetzung zu komponieren. Mit seinem Werk „Konstellationen“ gewann er den Kompositionswettbewerb für Zupforchester 1979 in Schweinfurt.

Die Solistin des heutigen Konzertes Katja Kravets wurde 1985 in Taschkent (Usbekistan) geboren. Seit ihrem siebten Lebensjahr erhielt sie Geigen-, Klavier- und Theorieunterricht am Gymnasium für musikalisch begabte Kinder „W. A. Uspensky“ in Taschkent bei L. N. Kaigorodtseva mit dem Hauptfach Geige. Während der Schulzeit spielte sie zahlreiche Konzerte als Solistin und auch als Orchester Mitglied (Usbekistan, Russland, Litauen, Deutschland), nahm vielmals an dem internationalen Festival für zeitgenossische Musik „Ilhom-XX“ und an vielen anderen teil. Im Jahr 2001 gewann Katja Kravets den 1. Preis des Nationalen Jugendwettbewerbs in Taschkent (Usbekistan). Ein Jahr später wurde sie Preisträger des Internationalen Wettbewerbs „B. Dwarionas“ in Vilnius (Litauen). Als sie im Jahr 2003 das „W. A. Uspensky“ Gymnasium abschloss, kam sie für ihr Studium nach Deutschland. Das Musikstudium begann sie im Oktober 2003 an der Hochschule für Musik Wuppertal bei Herrn Emilian Piedecuta. Etwas später, wechselte sie den Ausbildungsort und setzte ihr Studium im Sommersemester 2005 an der Hochschule für Musik Köln bei der Professorin Ariadne Daskalakis fort. Während ihres Studiums trat sie oft als Solistin und in verschiedenen Kammermusikbesetzungen auf. Katja interessiert sich besonderes für die zeitgenossische Musik, weil die Musik, ihre Meinung nach, unglaublich viel Raum und Möglichkeiten für neue Entdeckungen, Fantasien und eigenen Kreativität gibt.

Die Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal wurde vor rund 70 Jahren von Ludwig Mauelshagen gegründet. Von Anfang an wurde Wert auf niveauvolle Programme gelegt. 1968 übernahm Prof. Hartmut Klug die musikalische Leitung und erarbeitete mit dem Orchester sehr vielseitige und interessante Konzerte. 1991 gab er das Dirigat an Stefan Meier weiter, der das Repertoire durch eigene Kompositionen erweiterte. Von 1994 bis 1997 leitete dann Thomas Honickel das Orchester. Anschließend wechselte die Leitung vorübergehend zu Gudrun Hofmann, bevor Detlef Tewes das Dirigentenpult übernahm.
Überaus abwechslungsreiche Konzertprogramme kennzeichnen das Orchester: Die Skala reicht von Renaissance über Barock, Klassik und Romantik bis zu zeitgenössischer Musik. Neben Konzerten mit Free Jazz gab es Konzerte für Kinder, Weihnachtskonzerte sowie Konzerte mit Folklore aus vielen Ländern. So erwarb sich die Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal nicht nur in der städtischen Musikszene, sondern auch überregional und international einen herausragenden Ruf.
Seinen hohen musikalischen Anspruch konnte das Ensemble zuletzt beim Deutschen Orchesterwettbewerb 2004 unter Beweis stellen, aus dem es als erster Preisträger hervorging.
Konzertreisen führten das Zupforchester unter anderem nach Israel, in die frühere Tschechoslowakei, nach Moskau, Spanien, Frankreich, Estland, Litauen, Finnland, Türkei und Japan.
Die Ausbildung junger Mandolinisten und Gitarristen ist dem Orchester traditionell ein wichtiges Anliegen. Es besteht eine intensive Zusammenarbeit mit der Bergischen Musikschule in Wuppertal und der Hochschule für Musik Köln, Institut Wuppertal.
Viele Komponisten wurden durch die Mandolinen-Konzertgesellschaft zu neuen Werken angeregt.

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